Ev.-luth. St.-Salvatoris-Kirchengemeinde Zellerfeld

Arp-Schnitger-Prospekt und Schuke-Orgel

Ich singe dir mit Herz und Mund

1701 erbaute Arp Schnitger eine dreimanualige Orgel mit 53 Registern auf drei Manualen und Pedal und den bis heute unverändert erhaltenen geschnitzten Orgelprospekt.





Arp Schnitger war ein Freund von Caspar Calvör, Superintendent des Kommunion-Oberharzes (Kirchengemeinden Zellerfeld, Wildemann, Grund, Lautenthal) der mit fast 30 Werken in deutscher und lateinischer Sprache,Briefwechsel mit führenden Köpfen seiner Zeit, Freund des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz und Erzieher des jungen Georg Philipp Telemann die bedeutende Persönlichkeit des geistigen Lebens seiner Zeit im Oberharz war.












Neben der Unterschrift von Arp Schnitger unter den Orgelbauvertrag von 1699 sehen wir rechts daneben die heutige Disposition der Orgel



Es lag wohl im Zeitgeist begründet,daß das Schnitgersche Orgelwerk 1912 für unbrauchbar erklärt und durch ein neues, dem damaligen Musikempfinden gerecht werdendes Pfeifenwerk ersetzt wurde.Dieses zeigte jedoch bereits nach 40 Jahren solche Schwächen, daß es schließlich unbrauchbar wurde und durch einen Neubau ersetzt werden mußte. Heute enthält unsere Orgel ein SchukeWerk, das in seiner Klangfülle dem Weltnamen der Orgelbauerfirma Schuke gerecht wird.

 

 

 




Mit Herz und Seele Organist

Matthias Burgdorf und sein "Dom"

 

Am Liebsten spielt er Choräle - und da kann man ihm in "seinem Dom' wie er die Kirche liebevoll nennt, stundenlang zuhören. Da spürt man das Herz, das da mitspielt - mit Herz und Seele Organist. Seit nunmehr 35 Jahren tut er seinen Dienst, die Gemeinde sagt dafür Danke. Bei manchem Konzert zeigt Burgdorf sein breites Musiktalent, zuletzt bei einem fulminanten Konzertwochenende mit Tobias Elter und Marcus Franz.

Und wem sind sie nicht ins Herz gebrannt, die Lob- und Danklieder von ...

Paul Gerhardt

„Ich singe dir mit Herz und Mund“, „Befiehl du deine Wege“ und „Geh aus mein Herz“; Lieder mit vielen Strophen, melodisch ansprechend und tiefsinnigen Texten. Die Handschrift einer bedeutenden Persönlichkeit als Liederdichter und Theologe ist einwandfrei zu erkennen: Paul Gerhardt. Am 12. März 1607 wurde er in Gräfenhainichen geboren.

Im Alter von 14 Jahren wurde er Vollwaise, konnte aber auf Grund des elterlichen Vermögens trotzdem Theologie studieren. Sein dichterisches Talent wurde jedoch zuerst bekannt. Der führende Kirchenmusiker Johann Crüger lernte in Berlin die Verse Paul Gerhardts schätzen und lieben, und veröffentlichte bis 1661 fast 100 seiner Lieder, die ihn weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt machten. Im Alter von 14 Jahren wurde er Vollwaise, konnte aber auf Grund des elterlichen Vermögens trotzdem Theologie studieren. Sein dichterisches Talent wurde jedoch zuerst bekannt. Der führende Kirchenmusiker Johann Crüger lernte in Berlin die Verse Paul Gerhardts schätzen und lieben, und veröffentlichte bis 1661 fast 100 seiner Lieder, die ihn weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt machten. Im Alter von 14 Jahren wurde er Vollwaise, konnte aber auf Grund des elterlichen Vermögens trotzdem Theologie studieren. Sein dichterisches Talent wurde jedoch zuerst bekannt. Der führende Kirchenmusiker Johann Crüger lernte in Berlin die Verse Paul Gerhardts schätzen und lieben, und veröffentlichte bis 1661 fast 100 seiner Lieder, die ihn weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt machten. 1651 bekam er eine Pfarrstelle in Mittenwalde, eine Tagesreise von Berlin entfernt. Im Jahre 1655 heiratete er, und seine Frau Anna brachte fünf Kinder zur Welt. Davon blieb nur ein Sohn am Leben, alle anderen starben früh. 1657 wurde er leitender Pfarrer der Berliner Hauptkirche St. Nikolai.


Überschattet war sein Leben vom 30-jährigen Krieg (1618-1648) und dem Kampf der Religionsfreiheit zwischen Calvinisten und Lutheranern. Gerhardt unterzeichnete das Toleranzedikt von 1664 nicht, da er, wie viele andere, trotz Glaubensfrieden seine eigene Identität nicht aufgeben wollte.Daraufhin verlor er 1668 sein Amt. Kurz darauf starb seine Frau im Alter von nur 45 Jahren. 1669 bekam er wieder eine Anstellung in Lübben im Spreewald. Dort wirkte er, bis er am 27. Mai 1676 im Alter von 69 Jahren starb.

Lebensfrohe Lieder voller Glauben und Zuversicht schreibt ein Mann, der selbst so viel Leid erlebt hat. Sein Blick auf die Schöpfung in ihrer Schönheit und Vielfalt kommt in vielen Strophen seiner Lieder zum Ausdruck. Seine Lebensfreude, aber auch die Sehnsucht nach Trost und Ge-borgenheit sind beispielhaft formuliert. Wie kaum ein anderer nimmt er Trauer, Leid und Freude im Leben durch den Glauben an und mit beeindruckenden Worten schreibt er von Kraft und Hoffnung. Selbst nach 400 Jahren haben seine Bilder nichts an Überzeugungs-kraft verloren. Sie sprechen von Gemeinschaft, Zuversicht und Glaubensstärke in jeder Lebenssituation.

Blättern Sie doch einmal im Gesangbuch, es gibt viele Lieder von Paul Gerhardt zu finden. Vertiefen Sie sich in den Text, spüren Sie sein unbegrenztes Gottvertrauen, das Gefühl getragen zu werden, ganz gleich was kommen mag. Diese Zuversicht wünsche ich Ihnen allen und diesen Trost für jeden Tag, wie schwer er auch sein mag. Schöne Sommertage und sonnige Ferien für Sie alle.

Ihre Iris Künstel, Prädikantin

 

 

 

 

Unsere Glocken

Die älteste (und bis heute erhaltene) Glocke des Zellerfelder Geläuts (Tonhöhe d') wurde 1673 von Heise Meyer in Wolfenbüttel gegossen mit dem Durchmesser 134 cm und der Höhe 128 cm. Sie wiegt rund 1500 kg. Sie trägt im sogenannten langen Feld, d. h. am Glockenmantel zwischen Schlagring und Haube zwei lange Inschriften in Großbuchstaben (aus: Festschrift zur Glockenweihe, Christian Kühne, 2009).

 

Die neuen Glocken wurden am 11. Oktober 2008 von der Glockengießermeisterei C. Mark-Maas in Brockscheid/Eifel gegossen. Gegen 11 Uhr rann die heiße Bronze (1100 ° C) durch die gemauerten Rinnen zu den Glockenöffnungen. Da die Glocken sehr lange benötigten abzukühlen, wurden sie erst am 29. November 2008 in Zellerfeld in die Kirche "eingeholt". 

 

Am 31.05.2009 fand die feierliche Einweihung der Glocken in der St.-Salvatoris-Kirche statt.

 








Die Morgenglocke (g', 630 kg) trägt die Inschrift:

"Lass mich am Morgen deine Gnade hören, denn ich hoffe auf Dich"

(Psalm 143, 8)

Die Abendglocke (f', 910 kg) trägt die Inschrift:

"HERR, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt"

(Lukas 24, 29)

 





Seit der Glockenweihe ist das Zellerfelder Geläut häufiger als früher zu hören. Vielen ist das Abendläuten besonders aufgefallen. Andere bedauern, nur wenig vom Läuten hören zu können, weil sie im Schallschatten der Kirche wohnen. Die Glocken, ob einzeln oder als Vollgeläute, gehören nun wieder zum Klang des Ortes. Aber wann wird denn nun geläutet? Dies regelt die Läuteordnung, die in erneuerter Form vom Kirchenvorstand beschlossen wurde. Hier einige Besonderheiten:

 


Morgenläuten

Morgens um 8 Uhr (genau 8.01 Uhr) läutet die Morgenglocke

 

Friedensläuten

Mittags um 12 Uhr (genau 12.01 Uhr) läuten Morgen- und Abendglocke zusammen

 

Abendläuten

Abends um 18 Uhr (genau 18.01 Uhr) läutet die Abendglocke

 

 






Des Weiteren läuten die Glocken zu Gottesdiensten (60 Minuten und 30 Minuten vorher, sowie unmittelbar zuvor), bei Trauerfeiern (historische Glocke und Abendglocke) sowie als "Ausläuten für Verstorbene" (Historische Glocke; auf Wunsch der Angehörigen am Folgetag des Versterbens um 13 Uhr) und als "Einläuten Neugeborener" (Morgenglocke; auf Wunsch der Angehörigen am Folgetag der Geburt um 13 Uhr).

 

Im Verlauf des Gottesdienstes wird die historische Glocke zu den

sieben Bitten des Vaterunsers 

sieben mal angeschlagen.


Möchten Sie noch viel mehr über die Geschichte unserer Glocken erfahren, so haben Sie die Möglichkeit, im Pfarrbüro bei Frau Herrmann die Festschrift zur Glockenweihe für 5,-- € zu erwerben. Sie werden überrascht sein, wie viele Geschichten sich um unsere Glocken ranken.



"Gott, segne diese Glocken, die Dein Lob künden. Sie sollen Deine Gemeinde zum Gottesdienst rufen, die Säumigen mahnen,
die Mutlosen aufrichten, die Trauernden trösten, die Glücklichen erfreuen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleiten.

Segne alle, zu denen der Ruf dieser Glocken dringen wird und führe Deine Kirche so von überall her zusammen in Dein Reich."