Neue Superintendentin im Harzer Land - Ulrike Schimmelpfeng von der Kirchenkreissynode gewählt

Sun, 13 Sep 2020 17:33:37 +0000 von André Dittmann

Neue Superintendentin
Der Kirchenkreis Harzer Land bekommt eine Superintendentin. Pastorin Ulrike Schimmelpfeng wurde am Freitag von den Mitgliedern der Kirchenkreissynode gewählt. Im zweiten Wahlgang erhielt sie mehr Stimmen als Pastor Dr. Matthias Wilke, so dass die Vorsitzende Ingrid Baum sowie Regionalbischof Eckhard Gorka sie zu langanhaltendem Applaus in der St. Salvatoris-Kirche in Clausthal-Zellerfeld beglückwünschen konnten. 
Dieser Moment war es, in dem sie aufgeregter war als während der gesamten Prozedur zuvor, sagte sie. Die Freude über die Zustimmung der Wahlberechtigten bewegte sie sichtlich, ebenso wie von jetzt an die Freude auf eine gute Zusammenarbeit an ihrer neuen Wirkungsstätte. Auch Pastor Dr. Wilke gehörte zu den ersten Gratulanten, ebenso wie Dr. Uwe Brinkmann und André Dittmann, die in den vergangenen Monaten seit der Verabschiedung Volkmar Keils im März dessen Aufgaben übernommen hatten.

Ephoralbericht der stellvertretenden Superintendenten
Auf genau diese Arbeit blickten sie anschließend im gemeinsamen Ephoralbericht zurück und waren sich vor allem darin einig, dass sie es sich komplett anders vorgestellt hatten. Dennoch, so zogen sie Bilanz, wurde im Kirchenkreis bereits im März vieles entschieden, was kurz darauf auch die Landeskirche als Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus empfahl. Das kirchliche Leben wurde dadurch stark verändert, oder wie die beiden Pastoren es ausdrückten: „alles wurde über den Haufen geworfen“.
Feste, Musik etc. all das lag erst einmal brach, Wolfgang Teicke wurde in Nienstedt mit einer viel zu kleinen Feier in den Ruhestand verabschiedet, so Uwe Brinkmann, bei Pastorenehepaar Edelmann ging schon etwas mehr, aber immerhin wurde der iChor mit dem Niedersächsischen Innovationspreis ausgezeichnet. Tolle Projekte gab es auch in der Coronazeit, griff André Dittmann den Faden auf, in vielen Gemeinden wurden kreative Ideen entwickelt, wie Kirche trotz Abstand präsent sein kann, oft Projekte, die auch wirklich Früchte trugen und von denen einige sicher bestehen bleiben, wenn alles wieder normal läuft. 
Dennoch war es auch eine schwierige Zeit für viele Menschen, auch für viele, die feststellen mussten, dass ihre haupt- oder ehrenamtliche Arbeit für die Kirche ziemlich schnell auf Eis gelegt werden konnte. „Die seelsorgerische Begleitung von Menschen ist vielleicht nicht systemrelevant, aber lebensrelevant“, sagte Pastor Brinkmann hierzu motivierend. 
Als positiv hob Pastor Dittmann noch heraus, dass die Digitalisierung in der Landeskirche und auch in den Gemeinden funktioniere, wenn es darauf ankommt. Es wurden schnell Lösungen bereitgestellt und auf einmal wurde auch Youtube zu einem Ort für Gottesdienste und Andachten. Somit gab es in den letzten Monaten viel zum Nachdenken, aber eben auch viel Positives, aus dem Kirche lernen kann. 
Derzeit, so schlossen beide, liegen die Nerven blank, weil alle Angst vor einer zweiten Welle haben und in der nun kommenden Zeit der Festgottesdienste noch einmal viele Herausforderungen zu meistern sind, um den Menschen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Sie riefen dazu auf, behutsam miteinander umzugehen, Stress so weit wie möglich zu vermeiden, denn auf jeden Fall gelten die Worte des 23. Psalms: „Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“